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RASSENBESTIMMUNG PER DNA

So funktioniert die Rassenbestimmung beim Hund mittels DNA-Analyse

Einführung

Ausführliche Beschreibung des DNA-Tests für Hunde zur Rassenbestimmung

1. Warum überhaupt ein DNA-Test beim Hund?

Es gibt einige Gründe für einen DNA-Test für Mischlinge: Zuallererst natürlich aus purer Neugierde, denn wer fragt sich nicht selbst oft, welche Rassen wohl beteiligt waren? Auch bei Training, Erziehung und Gesundheit kann es sehr hilfreich sein, die Vorfahren zu kennen. Und immer häufiger erwarten Behörden und Versicherungen einen Nachweis über die Rassen in einem Hund, ob Mischling oder Rassehund. 

Bisher war es aber nur möglich die Rassenzusammensetzung von Mischlingen aus ihrem Aussehen abzuleiten. Dieser Versuch, die beteiligten Rassen anhand des Erscheinens zu „erraten“, ist aber vergleichbar mit der Beurteilung eines Buches anhand seines Umschlags.

Frag 5 Freunde, welche Rassen in Deinem Mischling stecken könnten, und du erhältst wahrscheinlich 5 mehr oder weniger voneinander abweichende Antworten. Nicht gerade wissenschaftlich korrekt, oder? Vielleicht hast Du ja in Wahrheit einen Mischling, der einfach aufgrund seiner individuellen Genkombination nach einer Rasse aussieht, die er gar nicht ist! 

Die Wahrheit über die Rassen in einem Mischling findet sich in seinen Genen, nicht in seinem Erscheinungsbild. Nur durch eine DNA-Analyse erfährst Du wirklich die Rassenzusammensetzung Deines Hundes, wissenschaftlich genau, schnell und einfach.

2. Vererbung beim Hund

Vereinfacht gesagt ist die DNA die Trägerin der Erbinformation eines jeden Lebewesens. Die DNA enthält unter anderem die Gene, die allgemein als Erbanlage oder Erbfaktor bezeichnet werden, da sie die Träger von Erbinformation sind, die durch Reproduktion an die Nachkommen weitergegeben werden. Bei Tieren und Pflanzen ist der Großteil der DNA im Zellkern als Chromosomen organisiert. Jede Körperzelle Deines Hundes (z.B. Fell, Hautschuppen oder Schleimhaut) enthält die DNA, trägt also seine vollständige Erbinformation.

Das Erbgut jedes Hundes ist absolut einzigartig. Selbst die Welpen eines Wurfes sind nicht identisch und können sich in ihrem Erscheinungsbild unterscheiden. Dies fällt vor allem bei Mischlingswürfen auf. Da bei jedem Welpen eines Wurfes die Eltern DNA ein wenig anders kombiniert wird, unterscheiden sich diese oft erheblich. Farbe, Grösse, Ohrlänge oder die Form der Schnauze können stark variieren, obwohl sie alle von den gleichen Eltern abstammen. Kein Wunder, das es oft sehr schwer ist aus dem Aussehen eines Mischlings auf die in ihm steckenden Rassen zu schliessen.

WENN DER ZUFALL MITMISCHT

In der Rassehundezucht werden durch Selektion ausgewählte Erbanlagen gezielt an die Nachkommen weitergereicht, um ein gewünschtes, rassetypisches Aussehen (=Phänotyp) zu bewirken. Im Gegensatz dazu geschieht diese Selektion bei Mischlingen völlig wahllos. Die DNA-Sequenzen werden über Generationen hinweg immer wieder zufällig gemischt. Das Aussehen der Nachkommen ist kaum noch vorhersehbar. Wegen der hohen genetischen Vielfalt bei Mischlingen ist es in vielen Fällen die ganz individuelle Kombinationen aus den in einem Mischling enthaltenen Rassen, die ihn nach einer Rasse(n) aussehen lassen, die er gar nicht ist. Dies gilt insbesondere für Mischlinge, die über Generationen hinweg ausschliesslich aus Mischlingen hervorgegangen sind. In diesen Fällen ist die äussere Erscheinung nicht notwendigerweise ein Hinweis auf die in einem Mischling enthaltenen Rassen.

Folgende Grafik illustriert, wie sich die Erbinformation von reinrassigen Hunden über 3 Generationen vermischen können. Bereits in der 3. Generation treten Nachkommen auf, in deren DNA nicht mehr alle 4 Rassen der Großeltern-Generation eindeutig nachweisbar sind. Tatsächlich finden sich nur in einem Welpen die “Marker” aller Grosseltern-Rassen. Die meisten von uns hätten aber erwartet, dass in allen Welpen die DNA der Grosseltern zu jeweils 25% vertreten ist.

3. Technologie

Die Anfänge der Erforschung der Hunde DNA sind eng mit der Krebsforschung verknüpft. Es bestand die Hoffnung, dass ein besseres Verständnis der Hunde-DNA den Kampf gegen den Krebs beim Menschen unterstützen könne, da es zwischen Krebs bei Hunden und Menschen viele Übereinstimmungen gibt. Mit Abschluss des sog. “Hunde Genom Projekts” im Jahre 2005 und nachfolgenden Studien wurden Wissenschaftler in die Lage versetzt, viele der Gene zu identifizieren, welche bestimmte Krankheiten verursachen oder die Unterschiede zwischen verschiedenen Hunderassen bestimmen, z.B. Farbe, Grösse und Felltyp. Andere Untersuchungen belegen, dass reinrassige Hunde allein aufgrund ihres Genotyps mit 99%-iger Sicherheit der entsprechenden Rasse zugeordnet werden können und somit moderne Hunderassen unterscheidbare genetische Einheiten darstellen. Diese und weitere neue wissenschaftliche Erkenntnisse über die Hunde-DNA, fortlaufende Forschung im Bereich Tier-Genetik und stetig verbesserte Methoden erlauben unserem Partnerlabor eine genaue Analyse der DNA Deines Mischlings.

IM LABOR

Nach Ankunft der Probe im Labor werden der DNA-Probe verschiedene Enzyme, Chemikalien und sog. Primer Moleküle hinzugefügt. Diese Primer heften sich an die ausgewählten Teile des DNA-Moleküls, die als entscheidend für die Unterscheidung verschiedener Hunderassen erachtet werden und deshalb in der DNA nachgewiesen werden sollen. Vereinfacht gesagt sind diese als sog. Marker bezeichneten Bereiche der DNA verantwortlich für ein bestimmtes rassetypisches Merkmal.

Die durch die Primer markierten Abschnitte der DNA werden durch die sog. Polymerase-Kettenreaktions-Methode so oft vervielfältigt, bis eine analytisch messbare Menge vorhanden ist. Ohne die o.g. Primer wäre dieser Vervielfältigungsprozess nicht möglich.

Die vervielfältigte DNA wird anschliessend mit den entsprechenden Analyse-Geräten untersucht, um festzustellen, welche Marker in der DNA Deines Hundes vorhanden sind.
Alle in der Probe Deines Mischlings identifizierten Marker werden abschliessend mit statistischen Methoden mit einer Referenz-Datenbank verglichen. Diese Referenz-Datenbank stellt den eigentlichen Schlüssel für den gesamten Prozess dar. Sie enthält die von unserem Partnerlabor über Jahre hinweg weltweit in Eigeninitiative gesammelten DNA-Proben von über 12.000 reinrassigen Hunden aus derzeit bis zu 364 Rassen; sozusagen eine für jede Rasse typische “DNA-Landkarte”.

Insgesamt werden über 1800 Marker berücksichtigt. Der Vergleich der Marker Deines Hundes mit den entsprechenden Markern der Datenbank läuft computergestützt; die eigentliche statistische Analyse wird für jede Probe mehrere tausend mal wiederholt, um ein möglichst genaues Ergebnis zu garantieren.. Die Auswertung beinhaltet 18 Millionen Berechnungen von möglichen Stammbäumen bzw. Kombinationen über die letzten 4 Generationen, von sehr einfach (= reinrassig) bis sehr komplex (= 8 verschiedene Urgroßeltern).

4. Qualitätssicherung

Eine effektive Qualitätskontrolle ist für die sichere und genaue DNA Analyse äusserst wichtig. Um sicherzustellen, dass die Analyse korrekt verläuft, wird täglich die DNA mehrerer “Kontroll-Hunde” mit untersucht. Hierbei handelt es sich um Hunde, die dem Labor bereits seit langem bekannt sind, die wiederholt getestet wurden und von denen man genau weiss, wie das Ergebnis der Analyse ausfallen muss. Die Proben unserer Kunden werden in Gruppen analysiert, ein Test nach dem anderen. In jede dieser Gruppen wird die zufällig ausgewählte Probe eines Kontroll-Hundes “eingeschleust”. Sollten sich die Ergebnisse für den Kontroll-Hund von den bereits bekannten Resultaten unterscheiden oder der Test keine Ergebnisse liefern können, werden alle Proben der Gruppe erneut untersucht, inklusive der Probe eines der Kontroll-Hunde. 

Ausserdem werden die beiden pro Hund eingesendeten Proben in unterschiedlichen Gruppen ausgewertet und anschliessend automatisch auf Übereinstimmung überprüft, um Fehler und Verwechslungen auszuschliessen.

5. Rassenlisten

Die durch die Tests identifizierbaren Rassen entsprechen den bei uns beliebtesten Rassen, die wegen ihrer weiten Verbreitung mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit in Mischlingshunden vorkommen. 90% der in Europa gängigen Rassen können identifiziert werden. Darüberhinaus erkennen die Boomer DNA-Tests auch eher exotischen Rassen und solche, die nicht von der Fédération Cynologique Internationale jedoch dem American Kennel Club zertifiziert sind.
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